Buchführung

Was wird unter dem Niederstwertprinzip verstanden?

Das Niederstwertprinzip ist ein Grundsatz der ordnungsmässigen Buchführung. In der Regel wird der tiefste Wert in die Bilanz aufgenommen. Zur Auswahl stehen je nach Aktivum der Einstandswert, der Marktwert, der Nutzwert, der Forführungswert, der Wiederbeschaffungswert usw.

Wie werden die Aktiven bewertet?
Bei der Ersterfassung dürfen Aktiven gemäss Art. 960a OR auch nach dem neuen Recht höchstens zu den Anschaffungs- oder Herstellkosten bewertet werden. Gleiches gilt dann für die Folgebewertung, also in den späteren Geschäftsjahren.

 

Neu wird jedoch unter OR Art. 960b Aktiven mit beobachtbaren Marktpreisen hervorgehoben. Hier lässt das Obligationenrecht eine Bewertung über die Anschaffungs- oder Herstellkosten hinaus zu, sofern die Aktiven einen Börsenkurs oder einen anderen beobachtbaren Marktpreis haben. Wer hiervon Gebrauch macht, muss dies im Anhang erwähnen, sprich darauf hinweisen. 

Was sind Abschreibungen?

Ende Jahr sind Vermögensstände, welche eine begrenzte Nutzungsdauer haben, wie z.B. ein Fahrzeug im Wert zu berichtigen. Die Abschreibungen erfolgen aufgrund einer von der eidgenössischen Steuerverwaltung gegebenen Abschreibungstabelle (Link?). 

Was ist der Unterschied zwischen linearen und degressiven Abschreibungen?

Während bei der linearen Methode wie z.B. der 20%-Abschreibung immer vom Anschaffungswert (d.h. inkl. Bezugs- und Installationskosten) abgeschrieben wird, erfolgt bei der degressiven Methode die Abschreibung auf den jeweiligen Restwert (Buchwert). 

Was sind Rückstellungen?

Rückstellungen werden aufgrund Ereignissen in der Vergangenheit, welche einen Geldabfluss ind der Zukunft bringen, gebildet.

- Aufwendungen aus Garantieverpflichtungen

- Sanierungen von Sachanlagen

- Restrukturierungen

- Zur Sicherung des dauernden Gedeihens des Unternehmens

Steuern

Was versteht man unter einem Steuersubjekt?

Unter dem Steuersubjekt versteht man den Steuerpflichtigen, der Steuern zahlen muss. Sowohl natürliche (Privatpersonen) als auch juristische Personen (Gesellschaften) müssen Steuern zahlen. 

Was versteht man unter einem Steuerobjekt?

Unter einem Steuerobjekt versteht man den Tatbestand, der zur Steuererhebung führt. Bei den natürlichen Personen sind das Einkommen und Vermögen, bei juristischen Personen der Reingewinn und das Eigenkapital.

Was versteht man unter Steuerprogression? (gültig Kanton Zürich, nat. Personen)

Mit zunehmendem Einkommen, bzw. Vermögen nimmt der Steuersatz zu (ansteigende Kurve).

 

Was versteht man unter direkten Steuern?

Die direkten Steuern werden im Verhältnis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit eines Steuerpflichtigen bemessen. Dazu wird ein steuerbares Einkommen und Vermögen ermittelt.

Was versteht man unter indirekten Steuern?

Die indirekten Steuern werden aufgrund einer bestimmten Handlung oder Vorgängen der steuerpflichtigen Person erhoben.  Dazu zählt:

- Aufwandsteuern, z.B. Motorfahrzeugsteuer, Vergnügungssteuer

- Verbrauchssteuern, z.B. Mehrwertsteuer, Tabaksteuer, Zoll, Lenkungsabgaben

- Vermögenverkehrssteuern, z.B. Verrechnungssteuer, Erbschaftssteuer,

   Handänderungssteuer

Wie werden Kapitalerträge auf Wertschriften bei Privatpersonen steuerlich behandelt?

Kaptalgewinne auf Wertschriften (und anderen Wertgegenstände) werden weder bei den Kantonen noch bei der direkten Bundessteuer besteuert. Somit sind dies steuerfreie Ertäge. Selbstverständlich bleiben dann auch die Kapitalverluste unberücksichtigt.

 

Kapitalerträge, wie z.B. Zinsen und Dividenden, sind steuerbar.

Verrechnungssteuer

Wann und wie viel Dividende darf ich ausbezahlen?

Die gewinnverteilende Unternehmung muss 35% der Dividenden an die eidgenössische Steuerverwaltung überweisen. Sie deklariert mittels Formular 103 (AG) und Formular 110 (GmbH) die restliche Dividende (35%) vom Aktionär. Das Formular muss innert 30 Tagen nach Beschluss der Generalversammlung bei der ESTV eingereicht sein. Auf der Seite http://www.estv.admin.ch/verrechnungssteuer/dienstleistungen/00253/00625/index.html?lang=de ist es möglich die Formulare auszudrucken.

Revision

Wer braucht eine Revisionsstelle?

Grundsätzlich sind alle Aktiengesellschaften, GmbH's und Genossenschaften verpflichtet eine Revision durchzuführen.

Durch die Zustimmung aller Aktionäre (oder Stammhalter, Genossenschafter), kann auf eine Revision verzichtet werden, unter der Bedingung, dass die Firma im Jahresdurchschnitt weniger als zehn Mitarbeiter beschäftigen. Dieser Vorgang wird Opting-Out genannt.

Unterschieden wird grundsätzlich zwischen einer ordentlichen oder eingeschränkten Revision.

Wenn eine Gesellschaft zwei dieser nachstehenden Grössen in zwei aufeinander folgenden Geschäftsjahren übertrifft, ist die Gesellschaft verpflichtet, eine ordentliche Revision statt einer eingeschränkten Revision durchzuführen:

-          Bilanzsumme von 20 Millionen Franken

-          Umsatzerlös von 40 Millionen Franken

-          250 Vollzeitangestellte

Mehrwertsteuer

In welchen Fällen ist es von Vorteil, nach der effektiven MWST-Abrechnungsmethode abzurechnen?

- Sie wollen grosse Investitionen tätigen

- Sie setzten oft Unterakkordanten ein

 

In welchen Fällen ist es von Vorteil, die Saldomethode anzuwenden?

- Die Berechnung ist einfacher, besonders bei Spesenabrechnungen

- Ich möchte kein Buchhaltungsprogramm einsetzten

- Ich muss nur zwei Abrechnungen pro Jahr erstellen

Unternehmensberatung

Ich möchte eine Firma gründen, welches ist die richtige Rechtsform?

Einzelunternehmung

Vorteile:

-          Nur eine Person ist Eigentümer

-          Der Eigentümer hat Anspruch auf den ganzen Gewinn

-          Der Eigentümer kann alles selber bestimmen

-          Gründung mit Beginn der Tätigkeit (kein spezieller Vorgang)

Nachteil:

-          Der Eigentümer haftet mit dem Privat- und Geschäftsvermögen

-          Der Eigentümer trägt die alleinige Verantwortung

-          Der Kapitalbeschaffung sind meistens Grenzen gesetzt

-          Ungeeignet für grössere Firmen

 

Aktiengesellschaft

Vorteil:

-          Haftung nur mit Geschäftsvermögen

-          Grosse Kapitalbeschaffung möglich

-          Eigentümer bleiben anonym

Nachteil:

-          Braucht viel Kapital (CHF 100'000.- wovon die Hälfte einbezahlt sein muss)

-          Gründung durch Beglaubigung auf dem Notariat, Kosten

 

Gesellschaft mit beschränkter Haftung

Vorteil:

-          Haftung nur mit Geschäftsvermögen

-          Je nach dem sind auch grössere Kapitalbeschaffung möglich

-          Stammkapital muss nur CHF 20'000.- betragen

Nachteil:

-          Eigentümer sind im Handelsregister ersichtlich

-          Gründung durch Beglaubigung auf dem Notariat, Kosten